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Rezensionen:
"Andrew Cadie? Nie gehoert? Dass koennte und sollte sich aendern...[seine] CD klingt von vorne bis hinten stimmig und ueberzeugend. Von Andrew Cadie warden wir noch viel hoeren. Wetten?"
- Mike Kamp - Folker!, Mai 2006
Andrew Cadie
The Snow Tree
(Border Fray BF 06001)
Andrew ist Mitbegründer der aufregenden nordenglischen Gruppe “Roll a Penny”. Nun, nach einem vierjährigen Folkmusikstudium, hat er ein zeitgemäβes, modern klingendes Solo-Album herausgebracht. Dies ist extrem gelungen und hat durchdachte, aber dennoch bewundernswert spontan wirkende Musik zu bieten. Die instrumentellen Stücke sind alle selbst verfasst, schön lebendig, kantig und munter. Manche, wie das strathspay-artige “Seven Streets”, entpuppen sich als heimtückische Ohrwürmer! Es sind aber die Songs mit Text, die dominieren. Alle auβer dreien sind selbst verfasst und ausnehmend gut, mit einem gewandten Gefühl für beides: Ökonomie in der Konstruktion und der Expression sowie eine ausgereifte Wertschätzung der Tradition.
Das erste Lied “Emigrant’s Song” hat die Art von springender, melodischer Richtung, die ich mit Bernie Parrys Liedern assoziiere. “O My Lady” errinert mich an “The Keel Row” mit einem ruhigeren Steve-Tilston-Touch. “Widow’s Walk” ist ein kleines Meisterstück beschwörenden poetischen Dichtens. Von den ganz traditionellen Liedern, ist “Sandgate Dandling Song” schön interpretiert, nur mit Fiddle begleitet. “Jock O’Hazeldean” besitzt überraschenderweise einen ungewöhnlich flinken Jig Ryhthmus der gut zu diesem Lied passt. Offenbar hat Andrew keine Hemmungen Tim O’Briens wunderschönes Old-Time-mäβiges Arrangement von “Love is Pleasing” als Vorlage für sein eigenes zu verwenden.
Im Laufe des Albums, mit Fiddle, Gitarre, Northumbrian
Pipes (Dudelsack), Tin Whistle, Trompeten, Bass und Percussion, erreicht Andrew
eine aufregende und befriedigende instrumentale Zusammenstellung, durch verständiges
mehrspuriges Aufnehmen, ohne “zu viel Ei in den Pudding zu geben”. Es muss
aber erwähnt werden, dass Andrew sehr viel Wert darauf legt, so viel Gefülsregung
und Interesse wie möglich aus zwei ‘Stimmen’ zu ziehen (z.B. Sänger
mit Gitarre oder Fiddle). Ebenso ist der Eindruck der spontanen Interaktion,
der Andrew offensichtlich sehr wichtig ist, erfolgreich erzielt. Dies ist eine
sehr ansprechende CD. Wegen ihrer extremen Fülle an sachten erfinderischen
Ideen, kann es sein, dass sich alle ihre Schätze nicht aufeinmal aufdecken
lassen – aber wenn es doch passiert, kann man gar nicht mehr aufhören
sie immer wieder zu spielen.
-David Kidman, NetRhythms.com, May 2006 (Übersätzung).
Andrew Cadie
The Snow Tree
Border Fray Records BF06001
Der in Berwick-upon-Tweed geborene Andrew Cadie ist Songschreiber, Sänger und Multiinstrumentalist. Er wohnt jetzt in Deutschland, wo er im Duo Broom Bezzums mit Mark Sinclair spielt. The Snow Tree ist seine erste Solo-CD und macht einen natürlichen, spontanen Eindruck. Andrew hat bis auf drei Songs alle Tracks selbst komponiert, und sie liefern einen sicheres Ortsgefühl – nämlich Nordengland. Seine Songs klingen zeitlos und authentisch. Er beeindruckt als Multiinstrumentalist, da er Fiddle, Gitarre, Northumbrian Pipes, Whistle, Trompeten, Bass und Percussion spielt. Er hat ein Paar ‘Overdubs’ mit verschiedenen zusätzlichen Instrumenten in manchen Liedern gemacht, aber mehrere Tracks beinhalten bloβ Gesang mit Fiddle oder/und Gitarre.
Die geräumige Arrangements sorgen für eine relaxte, selbtsbewuβte Atmosphäre. “If You should Be” ist ein ruhiges Lied, das sehr gut zu Andrews angenehmer Stimme passt und durch ein lyrisches Gitarrenstück begleitet wird. Die gefühlvolleren Lieder wie “Widow’s Walk”, mit seinem Fiddle/Dudelsack/Trompete Arrangement, oder das zarte “Lilting Lullabies” scheinen Andrews Musikalität in dessen stärkster Form zu enthüllen. Im aufstachelnde “Swept Astray” kommt sein instrumentales Geschick vielleicht am besten zur Geltung. Es fängt wunderbar mit Geige an und wird von Trompeten, Percussion und northumbrian Pipes aufgeheitert. Die drei Instrumentalstücke sind schön aufgebaut und liefern groβe Aufmerksamkeit an Detail und Melodie. Das schwänkende Titellied “The Snow Tree” wurde von einem herbstlichem Kindheitsspaziergang in Berwick upon Tweed inspiriert und erlangt Schwungkraft, wenn der “Atlantic Storm Reel” einkehrt.
Ihr könnt Andrew auch im Folktrio Roll a Penny hören (mit Katie Doherty und Roger Purves). Alleine, nach den Stärken dieses Albums, müsste es sich sehr rentieren, auch diese Band anzuhoeren.
Nebenbei erwähnt, war Andrew Cadie einer der ersten Studenten, die letzten Sommer den “Folk and Traditional Music” Bachelor Kurs auf der Uni Newcastle absolviert haben.
Er ist ein Musiker mit einem Gehör für feinabgestimmte Melodien. Sein Spiel ist gleichermaßen sensibel und handwerklich gekonnt. Je öfter man das Album hört, desto mehr mag man es. Diese gefühlvollen, beschwörenen und gedichtsmässig überzeugenden Lieder sitzen behaglich im englischen Folk Genre.
-Debbie Koritsas, The Living Tradition, July 2006
Mehr über Northumberland:
http://de.wikipedia.org/wiki/Northumberland
Mehr über Northumbrian Pipes:
http://www.sackpfeifenclub.org/php/show.php?menuid=1&doctitle=Northumbrian+Smallpipes&docclass=3
Deutsche Links (Weitere Bezugsquellen für The Snow Tree CD):
Bluebird Webshop
canzone-online